Schüler, Eltern und Lehrer vom Gymnasium Stolzenau haben sich auf der Gesamtkonferenz am 5.4.16 gemeinsam dafür entschieden, ab dem Schuljahr 2016/2017 das Dalton-Konzept in den Schuljahrgängen 5 bis 9 und in den folgenden Jahren aufsteigend einzuführen. Dies hat den Unterrichtsalltag für Schüler und Lehrer völlig verändert und bringt erhebliche Verbesserungen mit sich.

Das Dalton-Konzept ist in Holland sehr verbreitet und wird dort schon seit vielen Jahren mit Erfolg praktiziert. In Deutschland ist das Gymnasium Alsdorf damit sehr bekannt geworden, da es mit dem Dalton-Konzept den Deutschen Schulpreis gewonnen hat.

Das Konzept beinhaltet, dass in allen Fächern ein Drittel des Fachunterrichts in den sogenannten Daltonunterricht ausgelagert wird.

Im Daltonunterricht können die Schüler frei auswählen:
- bei welchem Lehrer,
- in welchem Raum,
- mit welchen Mitschülern
sie ihre Aufgaben erledigen wollen. Sie können auch entscheiden:
- wann sie
- welches Fach bearbeiten und
- wieviel Zeit sie jeweils dafür aufbringen wollen. Damit sie wissen, was sie zu tun haben, bekommen sie in jedem Fach einen entsprechenden Daltonlernplan mit Aufgaben.

Den Schülern wird damit sehr viel Verantwortung für ihr eigenes Lernen und Arbeiten übergeben. Dass dies sehr gut funktioniert, davon haben sich Lehrer, Schüler und Elternvertreter bei Besuchen im Dalton-Gymnasium Alsdorf überzeugen können. Die Schüler bekommen und übernehmen mehr Verantwortung für ihr Lernen und Arbeiten. Die Rückmeldung der ehemaligen Dalton-Schüler zeigen, dass sich dies für ihr späteres Leben auszahlt, da sie sich später viel besser zurechtfinden als ihr Kommilitonen, die an „normalen“ Schulen gewesen sind. Die Studienabbrecherquoten sind von ihnen deutlich geringer und auch Arbeitgeber schätzen die hohe Selbstständigkeit dieser Gymnasiasten sehr. Aber nicht nur für das zukünftige Berufsleben sind die Erfahrungen mit Dalton sehr positiv. Auch für den Unterrichtsalltag ergeben sich viele positive Effekte. So zeigt sich auch hier die hohe Selbstständigkeit der Schüler im verbleibenden Fachunterricht, der zwei Drittel der Unterrichtszeit ausmacht. Die Erfahrungen in Alsdorf zeigen, dass Schüler den Daltonunterricht sinnvoll nutzen.

Zu den bedeutendsten Vorteilen, die das Dalton-Konzept bietet, zählt die bessere individuelle Betreuung durch die Lehrer. Jeder Schüler kann die Lehrkraft, mit der er am besten kann oder bei der er es am besten versteht, um Rat fragen oder sich die Inhalte erklären lassen. Die Lehrer haben durch das Dalton-Konzept deutlich mehr Zeit, sich mit den individuellen Fragen und Problemen der Schüler zu befassen.

Jeder Schüler kann in seinem Tempo arbeiten, muss nicht auf andere warten oder hat nicht das Gefühl, dass andere auf ihn warten müssen. Auch macht es viel mehr Spaß gemeinsam mit den besten Freunden zu arbeiten und zu lernen, auch wenn diese in einer anderen Klasse oder einem anderen Jahrgang sind. Oft versteht man den einen oder anderen Sachverhalt am Besten, wenn es ein Mitschüler noch einmal in seiner Sprache erklärt. Ein Lehrer kann im Daltonunterricht auch einen bestimmten Schüler zu sich einbestellen, damit er ihm einen noch nicht verstandenen Sachverhalt erklären oder eine vielleicht nicht so gut geschriebene Klassenarbeit mit ihm besprechen kann. Damit kann er ihn besser individuell unterstützen.

Geht man während des Daltenunterrichts durch die Gänge, sieht man die offenen Türen der Klassenzimmer, die anzeigen „hier ist Daltonunterricht“, hier könnt ihr euch einen Platz wählen. So kommt es dann auch dazu, dass Schüler aus der 5. Klasse neben Schülern aus der 9. Klasse sitzen und ihre Aufgaben bearbeiten.

Der Tagesablauf für die Schüler sieht so aus, dass sie am Vormittag drei mal Daltonunterricht haben. Am Nachmittag gibt es einen weiteren Daltonunterricht, für die Schüler, die in der 8. und 9. Stunde noch Unterricht haben sollten. Wenn alle Jahrgänge im Daltonkonzept integriert sind, wird es noch andere Zeiten und Pausen geben können. So wird angestrebt, dass der Daltonunterricht am Vormittag statt drei mal 30 Minuten dann zwei mal 45 Minuten sein soll, um weniger Raumwechsel und noch bessere Pausenregelungen zu erhalten.

 

 

 

   
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