Die Zuschauerinnen und Zuschauer der Aufführungen der neuesten Produktion der Theater AG des Gymnasiums Stolzenau waren am Samstag- und am Montagabend überaus begeistert von der Inszenierung der Shakespeare-Komödie „Viel Lärm um Nichts“. Die letzte Gelegenheit diese Inszenierung zu sehen ist am Mittwoch, den 15.02.2017 um 19.30 Uhr im Forum.

Dabei ist es der Theater-AG des Gymnasiums Stolzenau gelungen ein sehr anspruchsvolles Stück so auf die Bühne zu bringen, dass es zum einen sehr authentisch gespielt wurde, indem die verschiedenen Charaktere sehr gut herausgearbeitet und sehr überzeugend dargestellt wurden und zum anderen wurde das Stück trotz der schwierigen Sprache mit einer Leichtigkeit gespielt, dass die Aufführung für die  Zuschauer sehr kurzweilig war und einer Komödie absolut gerecht wurde. Mit dieser Inszenierung zeigte sich das Ensemble unter der bewährten Leitung von Elisabeth Fritsch und Willem-Alexander Rode damit wieder einmal von seiner anspruchsvollen und gleichzeitig unterhaltsamen Seite. Die klassische Übersetzung des Textes, die der Aufführung zugrunde lag, war zweifelsohne für die Ohren des Publikums ungewohnt, wurde aber an keiner Stelle zum Hindernis, da die Darstellerinnen und Darsteller diesen nicht nur souverän vorzutragen sondern vor allem sehr lebendig zu spielen vermochten. 

 

So war es nicht schwer, sich ins Messina des 16. Jahrhunderts versetzen zu lassen – nicht zuletzt auch aufgrund der aufwändigen Kostüme vom Kostümverleih Hagenburg. Am Hof der Gouverneurin von Messina Leonata, die von Yasmin Akan mit Inbrunst verkörpert wurde, herrscht große Aufregung. Ein Bote (Maren Jesse) verkündet das Erscheinen Donna Pedras, der Prinzessin von Aragon, würdevoll verkörpert von Tabea Dohrmann, mit ihrem Gefolge. Zu diesem gehört der schmucke Graf Claudio, dessen leidenschaftliche und impulsive Art von Johannes Stahlhut eindrucksvoll eingefangen wurde. Er verliebt sich sofort in die Tochter Leonatas Hero, bezaubernd und gleichzeitig selbstbewusst gespielt von Antonia Heitmüller, und möchte sie heiraten. Claudios Freund Benedikt steht diesem Ansinnen als überzeugter Single jedoch skeptisch gegenüber. Jonah Hartmanns Benedikt zeichnete eine verletzliche Schelmenhaftigkeit aus, die besonders im Fortgang der Geschichte zum Tragen kam. Denn die Freunde Benedikts haben sich wiederum zum Ziel gesetzt, ihm seine Zweifel in Bezug auf die Liebe auszutreiben. Sie schmieden den Plan ihn mit der kratzbürstigen Nichte Leonatas Beatrice zu verkuppeln, deren hinter beißender Zickigkeit verborgene zarte Seele und Liebe für Benedikt von Caya Sophie Wagner fein ausgespielt wurde.  Sie ebenfalls für die Freuden der Liebe empfänglich zu machen, haben sich Hero und ihre Kammerfrauen Ursula (in bedachter Zurückhatung: Nina Krükov) und Margaretha (mit kecker Unterwürfigkeit: Maja Olkiewicz) vorgenommen. Die Zeichen stehen also auf Liebe und Freude in Messina – wäre da nicht Donna Juana, die missgünstige Halbschwester Donna Pedras, deren unterdrückte Wut und Hinterhältigkeit Mihriban Sönmez perfekt verkörperte. Zusammen mit ihren Bediensteten Borachio (durchtrieben: David Olbrich) und Konny (ausdrucksstark: Tineke Petersohn) will sie mit einem finsteren Plan dafür sorgen, dass am Ende nur Wut und Trauer stehen, wo doch Glück und Liebe regieren sollten. Als es zur Hochzeit Claudios und Heros unter der Leitung einer Nonne (ruhender Pol: Dana Kieck) kommen soll, scheint die Intrige aufzugehen. Vor den Augen der Hochzeitsgesellschaft, darunter auch Donna Pedras Sohn Balthasar (selbstbewusst aufspielend: Kristof Meier) und Leonatas Schwester Antonia (starke Präsenz: Vanessa Hillmer), kommt es zum Eklat und kaum heilbaren Bruch der scheinbar so harmonischen Beziehungen. Rettung kann es nur noch von außen geben: Doch ob gerade die einfältigen Gerichtsdiener Holzapfel und Schlehwein, mit ganzem Körpereinsatz humorvoll dargestellt von Hannah Hatlapa und Pascal Radloff, sowie die Gerichtsschreiberin Messinas (ruhender Gegenpol: Ulrike Bernauer) und ihre treu ihren Dienst versehenden Wachen (Marthe Baumgarten und Maren Jesse) hier helfen können, darf doch stark bezweifelt werden. Liebe, Glück und Frieden hängen an einem seidenen Faden.

Unverzichtbar für die Wirkung des Stücks war auch wieder der stimmige Einsatz von Licht- und Tontechnik durch die verlässliche Technik-AG unter der Leitung von Raphael Munk und Christiane Sprick. Nicht zuletzt ermöglicht der Förderverein des Gymnasiums Stolzenau durch seine großzügige finanzielle Unterstützung die Durchführung solcher Projekte. Es bleibt zu wünschen, dass dieser weiterhin viele Mitglieder hat, um dies zu ermöglichen. Am Gymnasium Stolzenau sind die nächsten Bühnenprojekte zumindest schon in Planung. Im Mai schon darf man sich auf das neue Musical der Musical-/Chorklassen 5 und 6 freuen. Und auch die Theater AG wird nach den weiteren Aufführungen am Montag und Mittwoch wieder auf die Suche nach einem neuen Stück gehen, das im nächsten Jahr zur Aufführung gebracht wird. Darauf darf man angesichts dieser talentierten Gruppe von Schülerinnen und Schülern schon jetzt gespannt sein.

   
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